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Zusammensetzung

Das RCP KSE-System ist ein Kieselsäureester basiertes System zur Festigung mineralischer Untergründe wie Naturstein, Ziegel, Putz oder historischem Beton. Seine Wirkung basiert auf dem Ausscheiden von reinen Si02-Gelplatten, deren festigende Wirkung aus einer Mischung von mechanischer Verzahnung und chemischer Anbindung im Baustoffgefüge (Si-O-Si Bindung) beruht. Dieses zusätzliche Bindemittel gleicht in der Regel die durch Verwitterungs-mechanismen induzierte Gefügeauflockerung und den damit einhergehenden Festigkeits-verlust aus. Nur in seltenen Fällen hat der Baustoff einen echten Bindemittel- und damit Festigkeitsverlust erlitten, der durch das Festigersystem auszugleichen ist. Der Grundstoff des Systems ist Kieselsäureethylester, der in unterschiedlichen Molekülgrößen (monomer, dimer, trimer, tetramer) als Rohstoff in das System eingeht. Neben der Kettenlänge und Kettengeometrie des Rohstoffes werden die Systemprodukte insbesondere durch das im Bedarfsfall zielgerichtet eingesetzte Lösungsmittel (RCP KSE 10 OH, RCP KSE 30 OH- F, RCP KSE 50 OH) bestimmt. Das Festigersystem ist neutral katalysiert.

Anwendung

Das RCP KSE-System dient zum Festigen und Konsolidieren mineralischer Untergründe. Die zweistufige Reaktion des Systems beruht in seiner ersten Stufe (Hydrolyse) auf der Reaktion des Kieselsäureester mit der im Baustoffgefüge enthaltenen Feuchtigkeit unter Abspaltung von Ethanol zu monomeren amorphen wasserhaltigen SiO2- Einheiten. In der zweiten Reaktionsstufe (Polykondensation) baut sich aus diesen kleinmolekularen Einheiten ein SiO2-Gerüst (Gelplatten) auf, deren Form und Größe deutlich mit der Rezeptur variieren können. Für den Reaktionsschritt der Polykondensation ist der in der Rezeptur enthaltene Katalysator notwendig. Um ein ordungsgemäßes Reagieren des KSE-Systems zu gewährleisten, ist die im Untergrund enthaltene Feuchtigkeit von entscheidender Bedeutung. Zu hohe Feuchtegehalte (Niederschlag, Nebel etc.) provozieren ungewollt schnelle Reaktionen, die in der Regel zu geringen Eindringtiefen und damit zur Ausbildung ungünstiger Festigkeitsprofile führen.
Zu niedrige Feuchtegehalte (z.B. Innenräume, aride Klimata) provozieren eine vorzeitige Polykondensation und damit eine dauerhaft anhaltende Hydrophobie der gefestigten Oberflächen. Es ist somit zwingend notwendig den Feuchtegehalt des Untergrundes zum Zeitpunkt der Verarbeitung zu berücksichtigen und gegebenfalls zu beeinflussen. Zu festigende mineralische Untergründe weisen in der Regel eine komplexe Porenstruktur auf. Konkret bedeutet dies, dass sich das verwitterte Baustoffgefüge aus einer Vielzahl unterschiedlicher Porengrößen aufbaut. Aus diesem Fakt sind für die Anwendung vom RCP KSE System folgende zwei Regeln abzuleiten:

  1. Auf die unterschiedliche Größe und Art der zu festigenden Porenstrukturen ist mit unterschiedlichen RCP KSE-Systemtypen zu reagieren.
  2. In der Regel liefert nur das Arbeiten in einem KSE-System, d.h. die Verwendung unterschiedlicher Festigertypen bei einer Festigungsmaßnahme optimale Ergebnisse.

Des Weiteren ergibt sich aus dem Anspruch der Aufgabenstellung, dass

  • die Durchführung einer Bauzustandsanalyse (Qualifizierung des zu festigenden Gefüges, Bestimmung des Festigkeitsprofils, Bestimmung der bauschädlichen Salze, Verbrauchsmengen) zur Qualitätsabsicherung der Festigungsmaßnahme äußerst sinnvoll ist und
  • die Festigungsmaßnahme in der Regel nur eine Teilkomponente einer weitergehen-den Konservierungsmaßnahme darstellt.